Mit Affiliate-Marketing den E-Mail-Verteiler schneller ausbauen

René Kulka
Autor René Kulka
Datum 07.06.2011
Medienart Beitrag
Kategorie(n) Adressgenerierung
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Der organische Verteiler-Aufbau über die Webseite erfordert zweifellos Geduld. Zwar existieren viele „Gleitmittel“, die Ihre Besucher eher in den großen E-Mail-Topf  rutschen lassen (vgl. Blogartikel) und somit dafür Sorge tragen, dass der Kontakt nach dem Absprung von der Webseite nicht verloren geht. Trotzdem bedarf es immer einiger Zeit, bis die Liste endlich eine Größe erreicht hat, ab der Split-Tests,  Nutzerprofilierung, individueller Content usw. erst richtig Spaß machen. Um die Sache weiter zu beschleunigen, bietet es sich flankierend zum organischen Aufbau an, ein Netzwerk von Werbepartnern im WWW zu erschließen, das für Ihren Service wirbt. Eine dieser Netzwerk-Varianten ist das Affiliate-Marketing.

Grundsätzliche Funktionsweise beim Affiliate-Marketing

Affiliate-Marketing Prinzip

Das Grundprinzip des Affiliate-Marketing ist prinzipiell „dreifach einfach“:

  1. Affiliate-Netzwerke vermitteln als Intermediäre zwischen Werbetreibenden ( Merchants, Advertiser) und potenziellen Werbepartnern, also Anbietern von Werbefläche (Affiliates, Publisher). Sie stellen die technische Infrastruktur zur Vergütung Performance-basierter Transaktionen bereit. Affiliate-Marketing ist i.d.R. Performance-Marketing – hierbei wird nicht, wie in der klassischen Werbung üblich, per Tausendkontaktpreis (TKP) eine Werbereichweite abgegolten, sondern es werden nur messbar erfolgreiche Aktionen, wie z. B. der Klick auf ein Werbemittel (= CPC, Cost-per-Click), die Generierung eines Leads (= CPL, Cost-per-Lead) oder der Kauf (= CPO, Cost-per-Order) vergütet.
  2. Der Merchant setzt nun in den relevanten Affiliate-Plattformen sogenannte Partnerprogramme für seine zu bewerbenden Produkte und Dienstleistungen bzw. seine Zielsetzung auf. Diese beinhalten etwa eine Beschreibung des Werbegegenstandes, die Geschäftsbedingungen, ein Werbemittel -Set (z. B. Banner), die Landing Page-URL der Werbemittel sowie die gewährte Provision für erfolgreich vermittelte Transaktionen (z. B. 7 % vom Warenkorbwert für Produkt-Käufe, 3 € für eine Probefahrt-Anforderung,  0,50 € für ein Newsletter-Abo, …). Anhand der Angaben kann sich später der Affiliate ein Bild machen. Daneben lädt der Merchant vorab ein Guthabenkonto auf, aus dem die Provisionen der Werbepartner später gespeist werden.
  3. Der Affiliate wählt auf der anderen Seite aus der Liste der im Netzwerk angebotenen Partnerprogramme die für ihn relevanten aus. Für diese bewirbt er sich. Nach der Prüfung und Freischaltung durch den jeweiligen Merchant werden passende Werbemittel aus dem verfügbaren Set auf den Werbeflächen eingebunden. Medien können z. B. die Webseite oder der Newsletter sein.  Die Werbemittel werden durch das Netzwerk bei der Ausgabe speziell verlinkt, sodass erfolgreiche Transaktionen registriert und dem richtigen Werbepartner zur Provisionierung zugeordnet werden können. Nach der Provisionsfreigabe durch den Merchant wird der verdiente Betrag dem Affiliate vom Netzwerk auf seinem Konto gutgeschrieben. Ab einem gewissen Mindestbetrag kann die Auszahlung angefordert werden.

Soweit zur Theorie. Wie werden in der Praxis nun Newsletter-Abonnenten über die Affiliate-Netzwerke und deren Affiliates generiert? Meist über Gewinnspiel-Partnerprogramme. Warum auch nicht.

Mustermann GbR goes Affiliate-Marketing beim Newsletter-Abo

Beispiel: Das Team der Mustermann GbR hat bspw. im vergangenen optivo Webinar ;-) Wind davon bekommen, dass E-Mail-Marketing 2011 nun wieder überaus „in“ ist (Hm… war es in den vergangenen 10 Jahren je anders?). Es möchte durchstarten, hat aber Mühe beim Aufbau des E-Mail-Verteilers. Man entschließt sich im Meeting dazu, über eine iPad-Verlosung die Potenziale innerhalb der jungen Zielgruppe schneller zu aktivieren und bastelt eine passende Gewinnspiel-Webseite. Alle Teilnehmer sind natürlich herzlich eingeladen, auch den wertigen Newsletter mit Setzen eines separaten Häkchens (= Opt-in) gleich mit zu abonnieren.

 

Um Traffic für die Seite zu generieren, werden in einschlägigen Affiliate-Netzwerken nun Gewinnspiel-Partnerprogramme aufgesetzt. Dabei soll nur jeder neue Gewinnspiel-Teilnehmer aus Deutschland, der auch den Newsletter abonniert und sein Werbeeinverständnis mit Double Opt-in bestätigt, mit 0,50 € Cost-per-Lead vergütet werden. Der Mediengestalter macht sich an die Arbeit, ein aufmerksamkeitsstarkes Werbemittel-Set mit allen gängigen Formaten zu erstellen. Und der frisch auserkorene Affiliate-Marketingmanager bastelt an einer interessanten Programm-Beschreibung („0,50 €, leere Datenbank! […]“) und verpixelt nebenbei schon einmal die Double Opt-in-Bestätigungsseite auf seiner Webpage mit dem Tracking-Code, den die Netzwerke ihm ausliefern. Anschließend werden die Werbemittel hochgeladen und ein Test des eingebundenen Tracking-Codes absolviert – quasi ein Testlauf vom Klick auf das Gewinnspiel-Werbemittel bis zur Double Opt-In-Bestätigung des Newsletter-Abonnements. Der Ordercode des „Neu-Abonnenten“ aus dem Test erscheint im Backend des Affiliate-Netzwerkes – wunderbar, es kann also losgehen. Antrag auf Freischaltung beim Netzwerk und kurze Zeit später bewerben sich die ersten interessierten Affiliates um die Teilnahme am Partnerprogramm.

 

Knapp 14 Tage später feiert die Mustermann GbR schon den 1.000 Newsletter-Abonnenten. Gratulation! Aber da geht noch mehr: Der Affiliate-Manager sieht im Interface des Netzwerkes, dass viele der angenommenen Werbepartner inaktiv sind, also die Werbemittel noch gar nicht eingebunden haben. Bei vielversprechenden Affiliates wagt er einen Anruf und fragt nach den Gründen. Mit Erfolg. Einige Tage später spülen zwei E-Mailings/Standalone in wenigen Stunden mehrere 100 Teilnehmer in die Datenbank – der Server geht zeitweise fast in die Knie. Für die E-Mailing-Aktionen musste zwar die CPL etwas angehoben werden, aber die enorme Medialeistung war es wert.

 

Weitere 7 Tage später geht es an den unerfreulichen Part – die Auszahlung. ;-) Provisionen müssen zunächst bestätigt oder storniert werden. Beim sporadischen Durchblick fällt auf, dass zwei Partner auffällig viele @trash-mail.com-Adressen lieferten. Diese haben augenscheinlich keinen Wert. Eine Vergütung solcher Adressen wurde in den Teilnahmebedingungen für das Partnerprogramm aber vorweg bereits ausgeschlossen. Beim genaueren Blick auf die beiden Partner wird schnell klar, worauf die schlechte Traffic-Qualität zurückzuführen ist: Es handelt sich um sogenannte Paidmailer-Communities, deren Betreiber einen Teil ihrer Affiliate-Provision an die Mitglieder weiterreichen, die sich ihrerseits eben beim Gewinnspiel eingetragen haben. Hierbei ist der Anreiz hoch, „Mist“ einzugeben und dafür ein paar Cent Provision zu kassieren. Die Provisionen sowie die Partnerschaften werden storniert bzw. gekündigt. Nach reiflicher Überlegung werden auch die Teilnahmebedingungen für das Partnerprogramm dahingehend angepasst, dass Paidmailer ausgeschlossen werden.

Was die Mustermann GbR kann, können wir schon lange …

Probieren Sie es mal aus. Netzwerke gibt es zuhauf. Unterschiede bestehen teils in den Aufnahmekriterien, der Reichweite und Qualität der Werbepartner, Kosten für den Partnerprogramm-Betrieb bzw. das Setup, Support und natürlich der Benutzeroberfläche. Der skizzierte Ablauf kann aber mehr oder weniger verallgemeinert werden.  Wer weitere Informationen zum Thema sucht, dem sei die Community 100partnerprogramme.de ans Herz gelegt, die Karsten Windfelder seit vielen Jahren mit viel Herzblut betreibt.

 

Erste Netzwerk-Anlaufstellen für Ihr Partnerprogramm könnten sein:

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