Klickrate gesunken? Hotmail deaktiviert verweissensitive Grafiken …

René Kulka
Autor René Kulka
Datum 05.07.2011
Medienart Beitrag
Kategorie(n) Gestaltung
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Nutzen Sie sogenannte Image Maps (vgl. Wikipedia), also verweissensitive Grafiken, im HTML-Code Ihrer Newsletter-Templates oder E-Mailings? Dann ist Vorsicht geboten: Hotmail hat deren Unterstützung scheinbar kürzlich eingestellt. Derart verlinkte Verweise in E-Mails sind also im Webmailer standardmäßig nicht mehr anklickbar. Das kann – je nach Anteil der @hotmail-Empfänger – durchaus die Klickrate beeinträchtigen …

BTW: Happy Birthday nachträglich, Hotmail …

Gestern feierte der einstige Freemail-Pionier noch sein 15-jähriges Bestehen; HoTMaiL startete am vierten Juli 1996 als einer der ersten kostenlosen E-Mail-Dienste. Damals (wie gestern) allerdings ohne viel Pressecho. Der Unabhängigkeitstag ist arbeitsfrei und wird gefeiert – auch von Pressevertretern. Trotzdem entwickelten sich die Nutzerzahlen des neuen Dienstes in kürzester Zeit derart explosionsartig, dass rückblickend wohl selbst Facebook heute schwindelig würde. Hintergrund war vor allem die glorreiche Idee, jeder ausgehenden E-Mail ein „Get your free e-mail at www.hotmail.com“ als Signatur anzuhängen und damit alle Nutzer zu werbenden Markenbotschaftern für den kostenfreien Dienst zu machen. HoTMaiL ist damit bis heute der historische Inbegriff für virales Marketing. GMX hat es ein Jahr später hierzulande nachgemacht. Bis heute sind Hotmail weltweit (vgl. comScore-Rankings) und GMX in Deutschland (vgl. Blogbeiträge) führend.

… aber zurück zum neuen Image Maps-Problem

Ein bisschen ironisch wirkt es schon, dass der erfahrene „Bolide“ von damals auf seine alten Tage nun schlappmacht – jedenfalls was verweissensitive Grafiken im E-Mail-Posteingang anbelangt. Also Bilder, die ausschnittweise durch die beiden Tags <map> und <area> verlinkt wurden, anstatt gänzlich mittels <a>. Solche „Link-Landkarten“ könnten E-Mail-Versendern eigentlich das Leben ein bisschen einfacher machen. Denn per Definition der Koordinaten der klickbaren Bereiche kommt man drum herum, Grafiken dort zerschneiden zu müssen, wo andere Links beginnen sollen. So könnte die Website-Navigation einfach als Screenshot von dort in den Newsletter kopiert und mit ein paar wenigen rechteckigen „areas“ passend verlinkt werden. In 5 statt 15 Minuten Aufwand.

 

Aber nichts da. Ein einfacher Mausklick auf die empfindlichen Grafik-Bereiche bringt nunmehr nämlich beim weltweit größten Webmailer keine Reaktion mehr hervor. Der Link ist nur noch über das Öffnen eines neuen Tabs aufrufbar. Aber ob dies bei einem Großteil der Empfänger ankommt …? Das darf bezweifelt werden.

Wobei: Problem ist eigentlich nicht neu

Mit Image Maps war es seit jeher so eine Sache. Grob schien meist alles im Test zu funktionieren. Aber der Teufel steckte im Detail. Webmailer ändern hie und da (wie jetzt Hotmail) die Unterstützung. Und selbst der verwendete Browser beeinflusste die Funktionalität – mit Chrome verweigerten Image Maps noch vor einem Jahr im alten Yahoo! Mail und Googlemail ihren Dienst. Heute mucken eben vor allem Hotmail und auch Facebook Messages. Bei deaktivierten Bildern Berichten zufolge übrigens noch einige mehr. Aber das ist eher verschmerzbar.

Fazit

Ergo: Wer viele Hotmail-Abonnenten anschreibt oder generell auf Nummer sicher gehen möchte, sollte auf die Verwendung von Image Maps besser verzichten. Vor allem bei der Verlinkung zentraler Response-Elemente in einem E-Mailing. Stattdessen bietet es sich an, Grafiken an den relevanten Stellen zu zerschneiden und mit den üblichen Anchor-Tags zu versehen. Natürlich bedarf es hierzu geeigneter Bildbearbeitungssoftware. Aber damit klappt’s dann bei den Adressaten in jedem E-Mail-Programm, mit jedem Browser, bei aktivierten oder unterdrückten Bildern.

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