Gmail Priority Inbox – (Mathe-)Blick hinter die Kulissen
| Autor | René Kulka |
| Datum | 07.01.2011 |
| Medienart | Beitrag |
| Kategorie(n) | Zustellbarkeit |
| Tags | gmail |
Douglas Aberdeen, Ondrej Pacovsky und Andrew Slater aus dem Google-Entwicklerteam haben eine vierseitige Abhandlung veröffentlicht, in der die Implementierung des „sortierten Eingangs“, also der neuartigen Intelligenz von Googlemail, rückblickend unter die Lupe genommen wird. Zur Erinnerung: Hiermit separiert Googlemail automatisiert für den Nutzer wichtige von weniger wichtigen E-Mails (vgl. Blogpost). Die drei sind Fachleute für künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen. Im Beitrag werden die allgemeinen Herausforderungen, das statistische Modell sowie das Lern-Problem der Priority Inbox aus Entwicklersicht näher beschrieben.
Einige Take-Aways:
- Das Ranking der E-Mails basiert auf einem logistischen Regressionsmodell, das die Wahrscheinlichkeit vorhersagt, mit der ein Nutzer in X Sekunden nach E-Mail-Zustellung damit interagiert (z. B. „öffnen“, „antworten“, „markieren“, …). Das Modell enthält einen fixen globalen und einen nutzerspezifischen Teil mit individuellen Gewichten für das Feature-Set.
- „Wichtig“ meint beim sortierten Eingang nicht „interessant“ – viele E-Mails werden beispielsweise hie und da geöffnet, weil sie anhand von Absender, Betreff und Vorschau-Text spannend erscheinen; die sporadische Öffnung des Newsletters reicht aber demnach nicht aus, um diesen dauerhaft in die Prio-Box zu befördern. Stärkere Signale sind vermutlich „Antwort“ und „als wichtig markieren“. Oder eine stetige Öffnung. Stichwort: „dauerhaft einen wahrnehmbaren Nutzen im Newsletter kommunizieren!“…
- Bei der Analyse des Nutzungsverhaltens von Google Mitarbeitern kristallisierte sich heraus, dass die ca. 2.000 Anwender des sortierten Eingangs 6% (Hinweis: Das Gmail Blog berichtete Anfang Dezember -15%) weniger Zeit mit dem Lesen von E-Mails allgemein verbringen, und 13% weniger Zeit mit dem Lesen unwichtiger E-Mails. Dies würde das Erfordernis unterstreichen, Überlegungen über ggf. „wichtige(re) E-Mail-Kommunikation“ anzustellen, sollte das Gmail-Modell Schule machen.

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