Deutsche Post & Forrester: E-Mail-Marketing-Ausgaben auf konstantem Niveau
| Autor | René Kulka |
| Datum | 08.06.2011 |
| Medienart | Beitrag |
| Kategorie(n) | E-Mail-Marketing Studien |
| Tags | studie |
Zum Auftakt der Messeveranstaltung mailingtage in Nürnberg veröffentlichte die Deutsche Post heute den „Dialogmarketing Monitor 2011“. Die vielbeachtete repräsentative Studie untersucht alljährlich die Dialogmarketing-Aktivitäten und -Aufwendungen deutscher Unternehmen. Für die aktuelle Untersuchung wurden unter anderem 2.792 Verantwortliche im Januar und Februar 2011 mittels Telefoninterviews zu Ihren Werbemaßnahmen befragt. Die Auswertung ist – wie diejenigen der Vorjahre – kostenfrei abrufbar unter:
Keyfacts aus dem Dialogmarketing Monitor 2011 für Deutschland
- Drei von vier Unternehmen setzen auf Dialogmarketing.
- Erstmals seit Jahren sind die Nutzerzahlen rückläufig – insbesondere Kleinstunternehmen reduzierten 2010 ihre Dialogmarketing-Maßnahmen. Großunternehmen bestimmen den Markt.
- Optimismus: Nach dem Rückgang in 2010 wird für das laufende Jahr von den Befragten wieder ein Budgetanstieg i.H.v. 1,9 Prozentpunkten vorausgesagt, bis Ende 2013 sogar i.H.v. 4,3 Prozentpunkten. Der Markt für Dialogmarketing würde damit wieder das Volumen vergangener Jahre erreichen.
- Der Aufschwung der Onlinemedien bei der Medianutzung setzt sich fort: Zwei Drittel aller Unternehmen besitzen eine Webseite, jedes Dritte setzt externes Onlinemarketing ein (Display, Video, Social, SEM, …), knapp jedes Fünfte nutzt E-Mail-Marketing. Interessant: Nur rund jeder dritte Marketer, der eine Website einsetzt, würde damit scheinbar zugleich auch E-Mail-Marketing betreiben. Obwohl beide Instrumente überaus komplementär sind. Entsprechend rangieren Website + E-Mail nur auf Rang 5 der verbreitetsten Medienkombinationen im Crossmedia-Mix.
- Der Markt für Online-Dialogmarketing steigt auf 11,2 Mrd. € (10,6 in 2009). 5,2 (5) davon entfallen auf die Webseite, 4 (3,5) auf externes Onlinemarketing. Die Gesamtausgaben für E-Mail-Marketing bleiben stabil bei 2 Mrd. €.
- Während der Anteil der E-Mail-Werber von noch 20,4 % in 2009 wieder auf 18 % – das Niveau von 2008 – fällt, ein Minus von immerhin 60.000 Unternehmen, steigen die durchschnittlichen Aufwendungen der Marketer in dieses Instrument um 300 € auf 3.700 €. Damit verharrt der Gesamtmarkt insgesamt auf 2 Mrd. € und macht nach wie vor den geringsten Anteil (7,4 %) an den Aufwendungen für Dialogmarketing in den Unternehmen aus. Der Anteil hat sich allerdings leicht erhöht.
- Erstaunlich: Gerade bei den KMUs sind Einsatz von und Aufwendungen in E-Mail-Marketing z. T. deutlich rückläufig. Dabei bietet sich E-Mail-Marketing gerade bei den dort typischen kleineren Budgets an, um (potenzielle) Kunden zu akquirieren und vor allem Bestandskundenbeziehungen zu pflegen. Ähnlich wie beim Telemarketing stellen für diese Gruppe die restriktiven rechtlichen Rahmenbedingungen und die damit verbundenen Unsicherheiten evtl. zunehmend eine zu große Hürde dar. Bei den größeren Unternehmen sieht der Trend übrigens tendenziell genau umgekehrt aus: Sowohl die Nutzerzahlen als auch die Ausgaben steigen.
- Werden die Zahlen auf Branchen heruntergebrochen, so zeigen sich stabile Nutzeranteile und durchschnittlichen Budgets beim Handel sowie eine durchweg positive Entwicklung beim produzierenden Gewerbe. Im Dienstleistungssektor setzen dagegen deutlich weniger Unternehmen E-Mail- Marketing ein, wobei die durchschnittlichen Aufwendungen pro Unternehmen dennoch steigen.
Forrester: konstante E-Mail-Budgets ebenso in den USA
Ebenfalls interessant in diesem Zusammenhang ist ein Blick in Richtung Amerika. Forrester Research publizierte vor wenigen Tagen die Studie „How US Marketers Use Email“ mit einer Bestandsaufnahme des Marktes und Empfehlungen für eine höhere Effektivität. Basis für das Zahlenmaterial war eine Panel-Befragung im Dezember des vergangenen Jahres.
Ausgewählte Punkte hieraus:
- 88 % (71 %) der Unternehmen aus dem Bereich Business-to-Consumer (Business-to-Business) nutzen derzeit E-Mail-Marketing.
- In den USA bleiben die Budgets konstant: Knapp 50 % (65 %) planen für 2011 dasselbe Budget wie im Vorjahr ein.
- 43 % rechnen in den kommenden drei Jahren mit einer Effektivitätssteigerung ihrer E-Mail-Marketing-Maßnahmen. 9 % erwarten dagegen eine Senkung. Lediglich für die Bereiche Video, Mobile und Social sind die Erwartungen in entsprechender Reihenfolge optimistischer.
- Zu den Empfehlungen zählen vor allem die bessere Anwendung von Email Analytics (vgl. z. B. diese Blogartikel) für mehr Relevanz sowie eine nachhaltige Listen-Hygiene (vgl. z. B. diesen und diesen Blogartikel). Erst sind diese Hausaufgaben zu erledigen, bevor der Fokus dann auf Rich Media (z. B. Video) oder Social Media Integration gelegt wird.
PS: Zahlen über Zahlen… Unlängst prognostizierten die Global Industry Analysts (GIA) in „E-Mail Marketing – A Global Strategic Business Report“ ein Wachstum des globalen Marktes für E-Mail-Marketing auf 15,7 Mrd. US-$ in 2017 (vgl. Pressemitteilung vom 4.4.11). Mit 2 Mrd. € für rund 80 Mio. Einwohner (oder was auch immer der Zensus Ende 2012 aussprucken wird) scheinen „wir“ damit ja ganz weit vorne zu liegen…



